Anders und doch unverkennbar

Beatsteaks-Alben lassen sich interessanterweise nach ihren Openern ganz gut einordnen. Living Targets zeigte mit “Ready To Rock”, dass die Band bei all ihren Punkwurzeln vermehrt auf Melodien setzte, “Big Attack” (Smack Smash) ist der Beweis, dass es nicht krachen muss, um eine typische Beatsteaks-Platte einzuläuten und “As I Please” (Limbo Messiah) ist die konsequente Weiterführung dieser Linie.

Nun also “Fix It”. Die ersten Sekunden stoßen den Hörer gerade zu vor den Kopf mit ihrer Proberaum-Demo-Atmosphäre und der mächtigen Gitarrenkante, die einem die Beatsteaks da vors Hirn knallen. Doch mit jedem Takt mehr findet die Kinnlade wieder ihre Ausgangsposition und verziehen sich die Mundwinkel zu einem fetten Grinsen. Das sind sie also, die Beatsteaks 2011: genial-verschwurbelt, eigensinniger denn je und doch die geborenen Komponisten fetter Rock-Hymnen.

“Boombox” ist keine einfach Platte, keine schöne Mitsing-Kost wie “Smack Smash” und “Limbo Messiah”, mit dem Ende ihrer Bandpause fordern die Berliner ihre Fans heraus. Und sie wissen dann doch ganz genau, dass sie sie wieder im Sack haben. Pure Energie wie auf “Bullets From Another Dimension”, 70-Sekunden-Punk wie in “Behaviour” (eine konsequente Fortführung von Songs wie “Loyal To None” mit Bernd am Mikro) oder schlichte, schöne Beatsteaks-Rocker wie “Access Adrenalin”: Die Beatsteaks zeigen alles, was sie auszeichnet.

Und noch ein bisschen mehr. Mit “Let’s See” und vor allem dem bärenstarken “Automatic” (unter Mithilfe von Peter Fox) wagen sie einen echten Ska-Reggae-Ausflug. Und “House On Fire” ist eine waschechte Hardrock-Hymne.

So endet “Boombox” wie es angefangen hat: Bärenstark.

Über Philipp

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