Seit Jahren ist keine deutsche Festivalbühne sicher vor den Subways, ihr Song „Rock’n’Roll Queen“ ist das neue „Seven Nation Army“: einer DER Festivalsongs überhaupt (neben Deichkinds „Remmidemmi“). Und weil sich die Subways in Deutschland so wohl fühlen, gibt’s live auch immer eine deutsche Version.
Die neue Single „We Don’t Need Money To Have A Good Time“ haben sie auch im Studio schon mit deutschem Refrain aufgenommen. Zu hören auf dem dritten Album „Money & Celebrity“.
Überraschungen kann man darauf ansonsten lange suchen, „Money & Celebrity“ ist ein klassisches Subways-Rockalbum. Melodien, die man schnell mitsingen kann und Songs, die Lust auf ein Konzert machen.
Aber auch wenn sie oberflächlich einfach nach guter Laune und Party klingen: die Subways können sehr ernsthaft sein. Auf die Idee zur ersten Single „We Don’t Need Money To Have A Good Time“ kamen sie, weil einige ihrer Freunde wegen der Wirtschaftskrise ihre Jobs verloren und kürzer treten mussten. Und auch das Fernsehen hat Frontmann Billy beeinflusst, als er die neuen Songs geschrieben hat.
Im Interview hat er mir erzählt:
x-Faktor, Big Brother, Ich bin ein Star, holt mich hier raus – Oh Mann es gibt gerade so viele solche Shows hier im Fernsehen. Das war eine große Inspiration für mich. Zu sehen wie diese Nobodys plötzlich berühmt wurden und auf einmal in den Zeitungen waren. Das war faszinierend. Das war das erste Mal, dass ich gesehen habe, wie merkwürdig das ist. Wie eine einzige TV-Show Dein Leben verändern kann, zum Guten wie zum Schlechten.
„Celebrity“ heißt der Song, in dem eine junge Frau um jeden Preis berühmt werden will.
Überhaupt die Texte: Bisher ging’s ja vor allem um Liebe und Beziehungen, diesmal kriegen auch andere Teile des Lebens ihren Platz. „Down Our Street“ ist zum Beispiel eine wunderbare Beobachtung der eigenen Nachbarn. Vom ständige meckernden Spießer bis zum heulenden Fußball-Fan: Da ist immer was los.
Insgesamt zeigen die Subways auf ihrem dritten Album, dass sie viel viel mehr können als nur über eine Rock’n’Roll Queen zu singen oder einer zerbrochenen Beziehung hinterher zu trauern („Alright“, der andere Evergreen). Und das ohne Firlefanz oder Spielereien. Da passt die blöde Floskel von der ehrlichen handgemachten Musik.
Ganz besonders stark finde ich das melancholisch-ernshafte „Popdeath“. Vom Rest des Album kann sich der geneigte Leser bei simfy ja einfach selbst ein Bild machen. Es lohnt sich!