Von der Hammer- in die Todesgruppe

Jetzt, Wochen, nein Monate später, kann ich es ja sagen: Ich habe mich hinreißen lassen. Wider besseren Wissens sprach und schrieb ich Ende August von der “Hammergruppe”, in die mein geliebter FC Bayern München in der diesjährigen Champions-League-Saison gelost wurde. Es gab damals schon Gegenstimmen (siehe Link) und die Statistik gab und gibt ihnen Recht: Drei eher unerfahrene bzw. unerfolgreiche Mannschaft fuhren da nach München, da musste was drin sein.

Tatsächlich: Die Bayern haben die Gruppe dominiert, sich vorzeitig die nächste Runde sogar mit dem Gruppensieg gesichert. Niki Lauda zieht die Kappe, Uli brät Bonus-Würschtel und ich bin ehrlich überrascht.

Und trotzdem: Es war sicher keine leichte Gruppe, das Ergebnis gegen Manchester City war deutlicher als der Spielverlauf, vor allem in der ersten Halbzeit. Aber: Villareal hat bewiesen, dass nach Barca und Real in Spanien nichts mehr kommt und Neapel hat sich angestellt wie der BVB: unerfahren und dumm.

Mittwoch in Manchester kriegt Arjen Robben also das Spotlight und den Leistungstest und Ivica Olic darf ebenfalls von Beginn an dafür arbeiten1, dass Manchester City, dieser Emporkömmling unter den europäischen Oberklassevereinen, das Chelsa 2.0, im Frühjahr in der Europa League spielt. Zu gewinnen gibt’s die Siegprämie und Punkte für die Fünf-Jahres-Wertung. Naja. Hauptsache, es verletzt sich keiner (Arjen Robben, ich sehe in Deine Richtung).

 

Aber nach der Auslosung ist vor der Auslosung ist nach der Auslosung, die nächste Hammergruppe steht auch schon wieder fest. Diesmal gebeutelt: Die Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft 2012.

Niederlande, Cristiano Ronaldo und Dänemark sind die Gruppengegner.

(Hier bitte bedrohlich wirkenden Bläsersatz in Moll denken, der langsam lauter wird):

Toooooodesgruppe. Immer wir. Menno, alle anderen haben’s sooo leicht, och nö. Spanien – Italien, Frankreich – England, das ist ja ein Witz. Wir haben die Niederlande! Mit Stürmern! Und Portugal! Mit Stürmern! Und Dänemark! Dänemark, hörst Du! Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre auch noch Deutschland. Deutschland! Özil, Schweinsteiger, Müller, Gomez und einem Torwart.

(der bedrohliche Bläsersatz hat sich jetzt bis zum Bersten in Eurem Kopf verbreitet und endet abrupt)

 

Da kann ich jetzt, nach den Erfahrungen der Champions League erst Recht, nur sagen: Haltet mal die Luft an, alles wird gut. Klaro, gegen die Niederlande wird’s schwer. Aber Portugal ist eine Two-Man-Show (Ronaldo und Nani) und wir sind kein Stück schlechter, sogar wesentlich kompakter. Dänemark ist die chancenlose Wundertüte. Und sagt jetzt nicht “1992“: Keine Laudrups, kein Schmeichel, kein Povlsen, kein Henrik Larsen. Die können Burger essen wie sie wollen, es wird ihnen nicht helfen. Höchstens gegen den Gegelten.

Was gerne vergessen wird: Europameisterschaften waren schon immer schwerer als Weltmeisterschaften. Weil es kein “Kanonenfutter” gibt. Das macht sie ja so spannend (zumindest bis die Uefa es geschafft hat, dass da 128 Mannschaften neun Wochen lang auf Kleinfeld spielen).

Und der Vorteil ist doch: Solche Gegner unterschätzt man nicht, da gibt’s gleich Feuer. Mir als Fan ist das sehr recht.

 

  1. Update: Inzwischen (Dienstag, 10.30 Uhr) ist der Einsatz von Arjen Robben wieder passé, er liegt mit einer Gruppe flach

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