Nach 90 schwachen Minuten waren die Bayern endgültig schlecht. Das 1:3 in Gladbach war bitter. Sehr bitter. Nicht nur, dass man jetzt schon fünf Mal in der Bundesliga verloren hat1, die Art und Weise war furchtbar.
Manuel Neuer spielt nicht den freistehenden Rechtsaußen-Verteidiger an, er spielt den Ball in die Mitte. Und das im Stile einer Schweinsteiger-2006-Gedenkflanke (= kniehoch). 1:0.
Auch Arjens Vorführung des Robbensterbens war wenig überzeugend, durch den aufgerückten Rechtsverteidiger war so viel Platz für Gladbach. Und Philipp Lahm machte eh schon kein gutes Spiel, das Abwehrverhalten in dieser Situation war der Tiefpunkt. 2:0.
Und schließlich und endlich ein erstklassiger Konter, den höchstens Badstuber mit einem beherzten taktischen Foul hätte unterbrechen können. 3:0. Verdient. Auch in der Höhe.
Gladbach hatte eine erstklassige Chanceverwertung, Bayern quasi keine Torchancen. Ersteres überrascht diese Saison nicht wirklich, letzteres ist erschütternd.
Das eigentlich Furchtbare geschah aber erst nach dem Schlusspfiff. Jupp Heynckes redet Manuel Neuers größte Stärke schlecht: Dass er als Torwart das Spiel schnell macht, wenn der Gegner weit aufgerückt ist. Klaro, der Ball hätte nicht beim Gegner landen dürfen. Aber deswegen darf man doch nicht eine der herausragenden Qualitäten seines Star-Torwarts derart in Frage stellen.
Übertroffen wurde diese Peinlichkeit dann noch von Bastian Schweinsteiger:
Der Platz ist in meinen Augen in einem katastrophalen Zustand. Ich weiß nicht, ob es hier geschneit hat die ganze Zeit, aber für mich ist es immer fraglich, wieso ein Platz nach so einer langen Pause in so einem schlechten Zustand ist.
Ich hoffe, er hat in der Sportschau genau auf den Zustand der beiden Sechzehner in Nürnberg geachtet:
Nein, die Bayern haben einfach furchtbar schlecht gespielt. Ganz von selbst. Frühes Pressing war keine Überraschung, dass die Bayern deshalb keinen geraden Pass zustande kriegen schon. Dazu keinerlei Bewegung im Spiel und vor allem die Außenpositionen nicht existent. So kann das ja nix werden.
Aber: nächste Woche Wolfsburg, die haben sich auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Und dann hoffe ich, dass Thomas Müllers Interview wieder ähnlich amüsant aber deutlich besser gelaunt ausfallen wird als diesmal:
Wir sind extrem beschissen gestartet, zwischendrin war’s okay, dann war’s wieder beschissen, dann war’s wieder bemüht, und dann war’s nochmal beschissen.
Spieler des Spiels: Patrick Hermann, Marco Reus, Juan Arango.
Bester Bayern-Spieler: Am ehesten noch Toni Kroos. Zwischen Minute 20 und 35…
- Ohne nachgesehen zu haben: Wenn die Bayern am Ende der Saison fünf oder mehr Niederlagen hatten, waren sie in den letzten zehn Jahren nie Meister. Gegenbeweis gerne, sehr gerne, in den Kommentaren ↩