Gene Simmons vs. Musik-Fans

Seit zehn Jahren haben die Jungs von Kiss – sieht man mal von Box-Sets, Live-Alben und Best-Ofs ab – keine Musik mehr veröffentlicht. Die aktuellen Entwicklungen in der Musikindustrie verfolgen die Jungs aber natürlich trotzdem. Und sie sind nicht gerade begeistert von dem, was sie sehen.

Radiohead und die Nine Inch Nails waren die größten Acts, die in den letzten Monaten ihre Musik über das Internet zum Download angeboten haben. Letzere waren ja damit auch Thema in diesem Blog und haben in den letzten Monaten gleich zwei Alben verschenkt.

Genau das geht Kiss-Bassist Gene Simmons aber gehörig auf den Zeiger. Beide Bands würde nämlich die Download-Mentalität von jungen Menschen fördern und damit die Musikindustrie ruinieren. Ob an der Krise der Musikindustrie nicht ganz andere Faktoren schuld sind, sei mal dahingestellt. Aber ob es wirklich sinnvoll ist, die eigenen Fans zu dissen? Schon vor ein paar Monaten machte Simmons mit einer ähnlichen Aussage Furore:

Every little college kid, every freshly-scrubbed little kid’s face should have been sued off the face of the earth. (Quelle)

Mir scheint, dem guten Mann hat sein Lebensstil der letzten Jahre und Jahrzehnte doch etwas zu sehr zugesetzt. Aber immerhin bleiben wir so vor einem neuen Kiss-Album verschont:

There is no record industry around so we’re going to wait until everybody settles down and becomes civilized. As soon as the record industry pops its head up we’ll record new material.

Ob Radiohead die Musik-Industrie wirklich vernichteten, indem sie das neue Album “In Rainbows” an Fans zu dem Preis verhökerten, den sie zahlen wollen (also im Zweifelsfall auch für umsonst)?

Fest steht auf jeden Fall, dass in der Tat weit über die Mehrheit der User nichts für das Album zahlen wollten. Und die, die es getan haben, haben im Schnitt nur sechs Dollar bezahlt – das ist als regulärer CD-Preis selbst für große Bands schwer haltbar.

Und fest steht auch: Gene Simmons hat selbst keine Ahnung davon, was man als Künstler tun kann, um von seiner Musik leben zu können. Vielleicht sind Radiohead und die Nine Inch Nails wirklich nur Einzelfälle. Aber immerhin versuchen sie, neue Vertriebs- und Verkaufswege zu finden und auszuprobieren. Das kann man von den alten Säcken bei Kiss nicht gerade behaupten…

Über Philipp

siehe Impressum.

Hinterlasse eine Antwort