Der geborene Co-Trainer

Michael Henke ist DER Co-Trainer der Fußball-Bundesliga, vor allem durch sein Dauer-Engagement bei Otmar Hitzfeld. An Henkes Auftritt als Cheftrainer erinnert man sich in Kaiserslautern nur mit Schrecken.

Es scheint, Michael Henke hat erkannt wo seine Stärken liegen: In der Arbeit im Hintergrund für andere. Nach dem Ende der Ära Hitzfeld beim FC Bayern hat er sich nicht erneut auf einen Posten als Cheftrainer beworben. Vielmehr leitet er bei den Bayern die Abteilung “Spielbeobachtung und Analyse”. Klingt erstmal unspektakulär wenn man sich nicht näher damit befasst, was Henke genau macht. Er ist nämlich gerade dabei, die aktuelle Definition des Begriffs “Spielanalyse” zu verändern.

Was früher bedeutete, für die Besprechungen vor und nach einem Pflichtspiel dem Cheftrainer Videos, taktische Ausrichtung sowie besondere Stärken und Schwächen des jeweiligen Gegners bereitzustellen, ist für Henke zu “oldschool”.

In Echtzeit sollen diese Informationen zur Verfügung stehen, schon während dem Spiel, berichten die “Soccer Warriors” mit Verweis auf einen Artikel der TZ. Warum bleibt die linke Seite heute ohne Angriffsdruck, welche Fehler des Gegners aus der ersten Halbzeit gilt es konsequenter auszunützen, hat eventuell sogar einer der gegnerischen Spieler einen schlechten Tag, den man nutzen kann? Oder sollte man lieber einen eigenen Spieler vor evtl. folgenreichen Fehlern bewahren und ihn auf spezielle Dinge hinweisen?

All das findet Michael Henke heraus. Und zwar in einer Geschwindigkeit, dass es – zumindest in der heimischen Allianz-Arena – schon in der Halbzeit mit Videomaterial erläutert und bewiesen werden kann. Schließlich kommen auch die Fußballspieler aus der “Bewegtbild-Generation”, wie etwa Philipp Lahm:

„Es hilft natürlich wenn man sich Bilder ansehen kann. Das ist besser als Fehler nur an einer Tafel erklärt zu bekommen.“

Michael Henke hat die Idee der Echtzeit-Spielanalyse keineswegs erfunden. Im nordamerikanischen Eishockey gibt es das schon länger, auch andere Sportarten arbeiten damit. Aber zusammen mit Jürgen Klopp in Dortmund etabliert er ein System, das es dem Bayern-Trainer und seiner Mannschaft ermöglicht, rechtzeitig auf Fehler zu reagieren und nicht erst danach zerknirscht festzustellen, mit welch einfachen Kniffen man Punktverluste vermeiden hätte können.

Schon beim nächsten Bundesliga-Heimspiel sollen in der Halbzeit die Erkenntnisse von Henke eine Rolle spielen. Hoffentlich fällt jedoch Luca Toni in keine Depression, wenn er all die Fehlschüsse der letzten Zeit noch einmal ansehen muss…

Über Philipp

siehe Impressum.

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