Newcomer-Offensive von roccatune!

Eine spannende neue Möglichkeit für Newcomer, ihre Musik einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren, bietet seit heute roccatune. Dort können nämlich Bands ohne Plattenvertrag aber auch kleine Labels ihre Musik kostenlos hochladen und die Songs erscheinen dann auf der Homepage neben Stars wie Silbermond, Peter Fox oder den Kings Of Leon.

Und das beste: Die Bands haben davon einen handfesten Vorteil. Genauer gesagt: Einen finanziellen Vorteil.

Roccatune beteiligt nämlich die Newcomer an den Werbeeinnahmen, entsprechend der Plays der jeweiligen Songs. So kann man gleichzeitig den Bekanntheitsstatus erhöhen und auch noch ein bisschen Geld in die leere Bandkasse spülen.

Die Möglichkeit, seine Musik im Netz zu präsentieren ist seit MySpace und lastfm ja nun wahrlich nichts Neues mehr. Begeistert bin ich aber von der Konsequenz mit der roccatune über die Newcomer nicht nur den Bekanntheitsgrad weiter steigern möchte sondern auch etwas zurückgibt.

Denn neben der Aussicht auf Kohle für Newcomer bietet roccatune ja zahlreiche Möglichkeiten, etwas leichter die eigene Musik zu promoten. So gibt es Widgets für Alben, die man kinderleicht in eigene Blogs, Homepages etc. einfügen kann. Und einzelne Songs kann man per Mausklick über Twitter, Facebook etc. promoten. Das ist teilweise nicht neu (auch lastfm bietet beispielsweise solche Alben-Widgets), aber sieht ein ganzes Stück schicker aus.

Hinzukommen Module, über die roccatune auf der Startseite auf die artistarea hinweisen möchte, Newcomer-Battles, die für Aufmerksamkeit der User sorgen werden. Und das Beste: Im Gegensatz zu anderen Seiten auf denen Newcomer sich präsentieren können, bietet roccatune für die „neutralen” Musikfans reichlich Anreize für einen Besuch der Seite.

Während lastfm vom Scrobbeln lebt, also von der Musik, die Besucher schon besitzen und nur die Plays melden, ist der Benefit von roccatune, dass man sich Alben in voller Länge kostenlos anhören kann – auch wenn man sie (noch) nicht gekauft hat. Die Seite hat Lizenzverträge mit drei der großen vier Plattenfirmen (Warner, Sony Music, EMI) und unzähligen kleinen, so dass man dort die Musik etablierter Künstler hören kann und dann eher nebenbei auf die Newcomer stößt.

Und das letzte Killerargument für Newcomer, um ihre Musik bei roccatune hochzuladen:

Bands, die engagiert an die Sache herangehen, sich selbst promoten, gute Musik präsentieren und nicht nur uns sondern vor allem auch ihren Fans zeigen, dass sie mit vollem Herzblut dabei sind, bekommen die Möglichkeit, bei uns einen professionellen Plattenvertrag zu unterschreiben.

Das schrieb mit Sachar Kriwoj, Pressesprecher von roccatune, in einer E-Mail, in der er mir die neuen Möglichkeiten detaillierter darlegte. Dieser Plattenvertrag beinhaltet, dass roccatune mit Hilfe einiger Partner die Musik der gesignten Newcomer in über 300 Online-Shops einstellt und den Bands bei der Promotion hilft. Bei letzterem hofft man vor allem auch auf virale Werbe-Effekte des Internets.

Natürlich hat roccatune einen Vorteil durch das neue Angebot: Aufmerksamkeit, Image-Gewinn, Steigerung des Bekanntheitsgrades etc. Aber da es die Newcomer – zumindest für den Moment – nichts kostet: Warum nicht versuchen auf diesem Wege bekannter zu werden und im günstigen Fall sogar noch ein paar Euro einsacken?

Update: Zur Frage kostenlos/kostenpflichtig schreibt mir Sachar:

Der Dienst wird wohl nicht auf ewig kostenlos bleiben. Wir werden nur einen kleinen Betrag verlangen, aber zum einen muss sich das Ganz für uns auch rechnen und zum anderen muss man davon ausgehen, dass Bands, die ernsthaft Musik betreiben und das Ganze ambitioniert angehen, bereit sein werden, einmalig einen kleinen Betrag (einstellige Eurozahl) zu zahlen. Ist ja schließlich ein Investment in die eigene Zukunft.

Über Philipp

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8 Kommentare zu “Newcomer-Offensive von roccatune!

  1. klingt generell sehr interessant, wobei der “Plattenvertrag” wohl meiner Meinung nach nichts nützt. Für die digitale Distribution kann der Künstler auch selbst sorgen. Aber eine Anmeldung kann grundsätzlich nicht schaden. Es gibt mittlerweile einfach zu viele Bandportale, die letztendlich doch nur eine Myspace-Kopie sind.

  2. Klar, KANN der Künstler selbst für digitalen Vertrieb sorgen. Aber kriegt man das auch hin? Und hilft Euch das bei der Promotion?

    Wie schon geschrieben, für einzelne Bestandteile des Programms gibt es bereits andere Lösungen. Für den Vertrieb bspw. finetunes.

    Was mich überzeugt ist das Bündel, das roccatune anbietet:
    - Widgets für die eigene Homepage
    - schicke, funktionierende und userfreundliche Struktur & Angebotspalette
    - Beteiligung an Werbeeinahmen
    - evtl. Plattenvertrag mit Digitalvertrieb

  3. Konstantin, ich muss Dir auch dahingehend widersprechen, dass es so einfach ist, als einzelne Person oder Band den digitalen Vetrieb international professionell zu bewerkstelligen. Es gibt nicht nur iTunes sondern viele weitere Shops, über die man als Künstler ordentlich Geld verdienen kann, wenn man über eine funktionierende Fanbase verfügt.

    Das Team von roccatune ist seit vielen Jahren im Musikgeschäft tätig und verfügt nicht nur über viel Erfahrung sondern auch das notwendige Know-How, um das Ganze professionell anzugehen. Natürlich kann eine Band das selbständig übernehmen, aber zum einen wage ich zu bezweifeln, ob es ihr sehr gut gelingen wird und zum anderen muss die Frage beantwortet werden, ob sie dann noch hinreichend Zeit findet, um sich auf das zu konzentrieren, was sie eigentlich machen will: Musik.

  4. ja da hast du vollkommen Recht. Aber so ein Angebot wie hier:

    http://www.office4music.com/index.php?showpage=services_musikvertrieb

    ist für ein Musiker bzw. Band eig. kaum Stress. hochladen, unterschreiben(natürlich muss man sich im klaren sein, was man unterschreibt), Datum festlegen fertig. Über 300 Shops. Damit wirbt auch Regioactive.

    Habe mich bei Roccatune nun angemeldet und muss sagen ich bin positiv überrascht. Die Widgets sind genial! Sehr einfach zu bedienen, und man kann sie überall einbinden. und die Aufnahmen werden auch sehr schön von der Seite präsentiert. Gefällt mir besser als die meisten anderen Bandportale. Über die Erfahrung kann ich nicht urteilen, doch mir gefällt das Konzept. Bands, die sich bereits eine Fanbase aufgebaut haben können eig. nur davon profitieren!

  5. oh jetzt fällt mir gerade auf dass ich nur ein Kommentar gelesen hab!
    erstmal

    @ Philip. Wenn du mit “euch” meine Band meinst, dann muss ich erstmal sagen, dass wir noch lange nicht so weit sind, dass sich der digitale Vertrieb für uns lohnen würde. Unsere Aufnahmen sind dafür nicht gut genug. Mit Last.fm konnte ich mich bis heute nicht anfreunden. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie ist das nichts für mich. Ich lad meine Musik meistens bei iTunes oder hör mir die Bands auf myspace an.

    @ Sachar: Die Promotion habe ich außer Acht gelassen und den Artikel nicht genau genug gelesen, dass auch bei der Promotion geholfen wird. In welcher Weise wird den geworben?

  6. Konstantin, das kann ich Dir nicht pauschal beantworten, weil zum einen noch keine Band unter Vertrag genommen wurde und zum anderen wir da natürlich nicht nach einem festen Schema vorgehen werden, sondern auch berücksichtigen müssen, welche Geschichte der jeweilige Künstler hat, was er für Musik macht und wer sich durch diese wohl angesprochen fühlt. Aber: Hauptsächlich werden wir dabei die viralen Mittel des Internets verwenden.

  7. Ich meinte mit “Euch” nicht nur Deine Band sondern ganz allgemein Newcomer ohne Plattenvertrag oder sonstige professionelle (!) Unterstützung.

    Wie ich oben geschrieben habe: roccatune ist nicht das einzige Angebot. Aber auf den ersten Blick erschließt sich mir nicht wo das andere besser oder schlechter ist, höchstens der Preis ist ein deutlicher Unterschied. Und: Das ist ein REINER Vertrieb, der bringt ohne entsprechende Promo (in welcher Form auch immer) meist wenig.

    Zum Thema lastfm: Ich verstehe, dass einem nicht jedes Portal gleich gut gefällt (mir geht es z.B. mit MySpace so). Aber gerade als junge Band sollte man sich schon zweimal überlegen ob man bei einem der Marktführer in Sachen Musik-Community nicht vertreten sein möchte bzw. zumindest Künstlerbiografie etc. lieber selbst pflegt als das irgendjemandem anonymen zu überlassen.

    Aber das ist ein anderes Thema. Vielleicht schreibe ich wirklich noch meine kleine Reihe mit Newcomer-Tipps. Den Gedanken hatte ich schon häufiger…

  8. Ich hab grundsätzlich eine eher pessimistische /kritische Einstellung, doch kann jetzt eigentlich nur noch zu stimmen. Über die Reihe mit Newcomer-Tipps würde ich mich freuen. Ich habe schon viele gelesen, die meisten auf Englisch oder von Bands, die selbst mal klein waren.

    gruß

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