Vorhin bin ich kurz auf meiner Lastfm.de-Seite rumgesurft. Ich weiß gar nicht mehr warum. Auf jeden Fall war ich irgendwann auch unten angekommen, bei den “Meist gespielten Titeln”. Und siehe da:
“Titel in voller Länge”? War mir vorher noch nicht aufgefallen. Bisher gab’s haufenweise Downloads, v.a. von eher unbekannten Bands und 30-Sekunden-Schnipsel. Das ist natürlich OK, aber zum Kennenlernen neuer Bands konnte man nur die “Radiostationen” nutzen oder man musste mit diesen Ausschnitten leben.
Das ist jetzt anders. Bis zu drei Mal kann man jetzt viele Songs in voller Länge hören, schreiben die Lastfm-Entwickler in ihrem Blog [via]. Unterstützt wird das Ganze von allen vier “Majors”, also den großen Plattenfirmen (SonyBMG, Universal, EMI, Warner) und 150.000 Indie-Künstlern und -Labels. Das Ganze ist der Anfang, den Abo-Dienst von lastfm anzuschieben, wer zahlt kann die Songs nämlich so oft abspielen wie er möchte. Und hat außerdem weitere Features verfügbar.
Lastfm macht sich also auf ein wirkliches Musiknetzwerk zu werden, das nicht nur den eigenen Geschmack abbildet sondern auch auf der Suche nach neuen Künstlern hilft. Wetten, dass noch ein Verkaufsdeal der Songs dazu kommt? Z.B. mit iTunes, das ja auch international arbeitet und eh (nach den vielen DRM-losen Songs bei Amazon in den USA) wieder einiges aufholen muss bzw. einiges zu tun hat, die eigene Marktführerschaft zu sichern.
Übrigens: Die Musiker bekommen von lastfm übrigens auch Kohle wenn die entsprechenden Titel abgespielt werden.
Ich freue mich über dieses Feature und hoffe, viele der jetzigen Lücken werden demnächst geschlossen. Das könnte aber ein interessanter Zukunftsweg für die Musikindustrie sein: Pay per Listening ohne große Umständlichkeiten und Diskussionen. Vielleicht verkauft man künftig nicht mal mehr MP3s oder andere Files sondern nur noch Streams. Und dann ist eine “Musikflatrate” auch leichter umsetzbar und daher besser geeignet als jetzt wie ich finde.
Cool, hab jetzt ne ganze Zeit Deezer.com genutzt, aber da sind die “guten” Lieder meist gesperrt. Btw. hab mich bei deinem Seitentitel schlapp gelacht
Bin auch gerade begeistert und so wie ich die Sache sehe, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ich für last.fm auch mal Geld ausgebe, rapide. Nebeneffekt ist allerdings, dass die 3-mal-Begrenzung auch für ehemals “gelbe”-Titel gilt, also auch solche, die man früher beliebig oft streamen konnte. Also “Hund san’s scho”, wie deine bayrischen Nachbarn sagen würden. Außerdem wahrscheinlich mal wieder ein schönes Beispiel dafür, wie sich Technik und Hörgewohnheiten beeinflußen. Auf jeden Fall spannend!
Naja mal gucken. Ob ich Geld zahle bleibt abzuwarten, DIE ÄRZTE gibt’s zum Beispiel nicht.
Aber interessante Sache, definitiv.
Hast Du diese unbegrenzt häufig möglichen Streams wirklich genutzt?
Ja, wenn man schwedischen “Indie” (blödes Wort) mochte, hat man sauviel an “gelben” Alben gefunden, Labrador-Bands waren fast vollständig fer umme streambar. Deshalb ist Sambassadeur bei mir auch Top 2-Artist
Ganz problemlos scheint die Umstellung ja nicht gelaufen zu sein. Matador hat sein Angebot auf lastfm brutal ausgedünnt und zwar vollständig, d.h. auch in den Radiostreams
Sinkt die Wahrscheinlichkeit mit dem Bezahlen wieder deutlich.